Große Kunstausstellung
Nach dem Krieg fand im Haus der Kunst, München, die Große Kunstausstellung statt.Unter der Selbstverwaltung von Münchner Künstlern, die sich in der Münchner Secession und in der Neuen Gruppe organisierten, löste sich die Ausstellung von der beherrschenden Wahrnehmung der Großen deutschen Kunstausstellung der Zeit des Nationalsozialismus.
In den Katalogen der Großen Kunstausstellung ist Hölzler mit seinen Werken der Neuen Gruppe und der Secession zugeordnet. Ob er tatsächlich Mitglied dieser Küstlervereinigungen war, in welchem Zeitraum, oder ob er lediglich als Gast dieser Gruppierungen ausstellte, ist momentan ungeklärt. Die Frage lässt sich – vielleicht – beantworten, sobald die Archivbestände aus dem Haus der Kunst in das Bayerische Hauptstaatsarchiv überführt und dort für Recherchen zugänglich sein werden.
Das Gebäude, in dem die Große Kunstausstellung nach dem Krieg regelmäßig stattfand, war das Haus der Kunst – der Nachfolgebau des Glaspalasts im Alten Botanischen Garten, der 1931 einem Brand zum Opfer fiel.
1957
Im Rahmen der Vereinigung „neue gruppe“ zeigt Hölzler zwei Werke. Die Ausstellung lief vom 29. Juni bis zum 15. September 1957.

Der Umschlag der „Grossen Kunstausstellung München 1957“ arbeitet mit drei übereinander geschichteten, augenähnlichen Formen auf grauem Grund. Die strenge Achsensymmetrie und der harte Schwarz-Weiß-Kontrast erzeugen ein Zeichencharakteristikum zwischen Maskenmotiv und „sehender“ Emblemik. Programmtisch verweist das Layout auf die Schau selbst: Sehen, Prüfen, Öffnung – zugleich Distanz zur Nachkriegs-Salonästhetik und Anschluss an reduzierte, zeichenhafte Abstraktion. Dass 1957 parallel die „Ausstellung italienischer Kunst von 1910 bis zur Gegenwart“ firmiert, unterstreicht die internationale Ausrichtung; der Umschlag rahmt diese Öffnung nicht illustrativ, sondern als visuelle These. Für die Rekonstruktion der Ausstellungsstrategie der GKA der fünfziger Jahre ist die Umschlaggestaltung ein zentraler Beleg: Sie markiert den Übergang von dekorativen Titelseiten der Vorkriegsjahre zu einem nachdrücklich modernen, semantisch aufgeladenen Signet, das Aufmerksamkeit lenkt und eine kuratorische Haltung chiffriert.
Die Abbildung wird hier ausschließlich zum Zweck dieser inhaltlichen Analyse wiedergegeben (§ 51 UrhG, Bildzitat).
Quelle:
Grosse Kunstausstellung München 1957. Ausstellungskatalog, Umschlaggestaltung: unbekannt (Angabe nach Impressum nachzutragen), Künstlerverbund im Haus der Kunst e. V., München. © Rechte am Cover bei Urheber:in/Erb:innen; Abdruck hier als Bildzitat zu Analysezwecken. Exemplarfoto: Privatbestand.

Katalogeintrag zu Helmut Hölzler

Kat.-Nr. 290: »Der Winter« – 1956

Kat.-Nr. 291: »Ungarn November 1956« – 1956
1958
In diesem Jahr fand keine „Große Kunstausstellung“ statt. Stattdessen war in der Sonderausstellung „München 1869-1959: Aufbruch zur modernen Kunst“ vom 21. Juni bis zum 5. Oktober ein Werk zu sehen.
Titelblatt des Ausstellungskatalogs folgt. Unter „Neue Gruppe“ ist dort die Teilnahme von Hölzler an der Ausstellung dokumentiert . Unter der Nummer 1251 wurde Kat.-Nr. 312 »Der Herbst« ausgestellt.

Kat.-Nr. 312: »Der Herbst« – 1957
1965
Im Rahmen der Vereinigung „secession“ zeigt Hölzler ein Werk. Die Ausstellung lief vom 25. Juni bis zum 9. Oktober 1965.
Der Ausstellungskatalog muss noch gescannt werden
Der Ausstellungskatalog muss noch gescannt werden.
Nach anderen Unterlagen *) wurden zwei Werke ausgestellt: »Laguneninsel I« und »Laguneninsel II«. Unter den bekannten Werken ist nur eines mit dem Titel »Laguneninsel« vorhanden; es befindet sich im Besitz der Städtischen Galerie im Lenbachhaus. Welches der beiden es ist, lässt sich nicht klären.
*) Eine vorliegende Übersicht aus den 1980er Jahren aller Werke, die über die Jahre hinweg in der Großen Kunstausstellung gezeigt wurden.

Kat.Nr. 465a: »Laguneninsel« 1964
1967
Im Rahmen der Vereinigung „secession“ zeigt Hölzler ein Werk. Die Ausstellung lief vom 8. Juni bis zum 24. September 1967.

Der Umschlag der „grossen kunstausstellung haus der kunst münchen 1967“ setzt auf eine typografische Collage: handgezeichnete Buchstabenfragmente, übereinander geschichtet, als kompakter Farbblock in Rot–Blau–Schwarz mit lasierenden Grau- und Weißzonen. Die Mischung aus Grotesk-, Antiqua- und ornamentalem Lettering bricht jede serielle Einheitlichkeit; das „Wortbild“ wird zum Bildmotiv. Damit verschiebt das Cover die Aussage der GKA in die visuelle Sprache der späten 1960er: Experiment, Grafitti-Nähe, Pop-Sensibilität statt repräsentativer Emblematik. Inhaltlich fungiert die Gestaltung als Kommentar zur Ausstellungspolitik: Öffnung zur Zeichenhaftigkeit und zur Kommunikation als eigenständigem künstlerischen Feld.
Die Abbildung erfolgt hier allein zur Analyse der gestalterischen Strategie und ihrer historischen Verortung (Bildzitat, § 51 UrhG).
Quelle:
Grosse Kunstausstellung München 1967. Ausstellungskatalog, Umschlaggestaltung: unbekannt (Impressumsangabe nachzutragen), Künstlerverbund im Haus der Kunst e. V., München. © Rechte an der Umschlaggestaltung bei Urheber:in/Erb:innen; Abdruck hier als Bildzitat zu Analysezwecken. Exemplarfoto: Privatbestand.

Katalogeintrag zu Helmut Hölzler

Kat.-Nr. 504: Gestürzter Baum unter hohem Himmel – 1965

Kat.-Nr. 557: Landschaft: Fels und Wolke – 1967
1968
In diesem Jahr ist ein Werk von Hölzler zu sehen. Die Ausstellung lief vom 13. Juni bis zum 29. September 1968.

Der Umschlag der „großen Kunstausstellung München 1968“ setzt auf radikale Typografie als Bild: Ein übergroßes, konstruktiv zerlegtes K in Signalrot steht wie ein Leitsignal im Raum; darunter verdichten sich die schwarzen Versalformen von KUNST zu einem kompakten Balken. Weißflächen, harte Kanten und serielle Satzmodulation (Datum/Ort) verweisen auf den internationalen Swiss/Corporate-Style der späten 1960er. Inhaltlich markiert das Cover eine programmatische Neujustierung: Kunst als klarer, öffentlicher Claim – nicht emblematisch, sondern plakativ; dazu die Zeile zur Sonderausstellung Benelux als kuratorischer Akzent. Die Verwendung der Abbildung dient hier ausschließlich der gestalterischen Analyse und historischen Einordnung (Bildzitat, § 51 UrhG).
Quelle:
Grosse Kunstausstellung München 1968. Ausstellungskatalog, Umschlaggestaltung: [Künert? – Angabe nach Impressum nachzutragen], Künstlerverbund im Haus der Kunst e. V., München. © Rechte an der Umschlaggestaltung bei Urheber:in/Erb:innen; Abdruck hier als Bildzitat zu Analysezwecken. Exemplarfoto: Privatbestand.
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Katalogeintrag zu Helmut Hölzler

Kat.-Nr. 580: »Detroit July 67« – 1967
1970
In diesem Jahr ist ein Werk von Hölzler zu sehen. Die Ausstellung lief vom 13. Juni bis zum 13. September 1970

Der Umschlag der „GROSSEN KUNSTAUSSTELLUNG MÜNCHEN 1970“ verdichtet sich zu einem konstruktiven Zeichen: Ein grauer Kreis fasst vier gleichschenklig-rechtwinklige Dreiecke zu einem zentralen Quadrat/Rautenkreuz – Rot, Cyan, Schwarz und Weiß als reine Flächen ohne Tonwert. Die Figur oszilliert zwischen Pfeil, Stundenglas und Signet; sie steht für die späten konkret-/konstruktivistischen Tendenzen und den internationalen Corporate-Style der Zeit. Die sachliche Grotesk-Typografie darunter übernimmt die Rolle des Trägers von Datum/Ort; Bild und Schrift bleiben klar getrennt. So markiert das Cover programmatisch eine Systematisierung der GKA-Auftritte um 1970: geometrische Reduktion, farbige Kontrastspannung, Wiedererkennbarkeit – nicht illustrativ, sondern als visuelle Leitidee.
Die Abbildung erfolgt hier ausschließlich zur Analyse der Gestaltung und ihrer historischen Einordnung (Bildzitat, § 51 UrhG).
Quelle:
Grosse Kunstausstellung München 1970. Ausstellungskatalog, Umschlaggestaltung: [nach Impressum nachzutragen], Künstlerverbund im Haus der Kunst e. V., München. © Rechte an der Umschlaggestaltung bei Urheber:in/Erb:innen; Abdruck hier als Bildzitat zu Analysezwecken. Exemplarfoto: Privatbestand.
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Katalogeintrag zu Helmut Hölzler

Kat.-Nr. 591: Tafel 68/69 – 1969
1975
In diesem Jahr ist ein Werk von Hölzler zu sehen. Die Ausstellung lief vom 14. Juni bis zum 28. September 1975. Erstmalig ist das Werk Hölzlers im Katalog abgebildet.

Der Umschlag der „GROSSEN KUNSTAUSSTELLUNG MÜNCHEN 1975“ löst die zuvor konstruktiv-grafische Linie in ein fotografiertes Objektbild auf: In einer flachen Vitrine liegen kreisrunde Scheiben in serieller Anordnung – matt, zum Teil mit weichem Verlauf, farblich akzentuiert (Rot als Zentrum, flankiert von Gelb, Cyan, Schwarz/Weiß). Die Schattenwürfe und die haptische Oberfläche verschieben die Wahrnehmung von Grafik zu Objektkunst; das Cover reflektiert damit die Hinwendung der GKA zu räumlichen, seriellen und materialbezogenen Positionen der 1970er Jahre (Minimal/Serielle Kunst, Post-Op). Die sachliche Grotesk-Setzung darunter bleibt bewusst neutral: Das Bildobjekt trägt die Aussage.
Die Abbildung dient hier ausschließlich der gestalterischen Analyse und historischen Einordnung des Katalogauftritts (Bildzitat, § 51 UrhG).
Quelle:
Grosse Kunstausstellung München 1975. Ausstellungskatalog, Umschlaggestaltung/Fotomotiv: [nach Impressum zu ergänzen; Signatur unten rechts sichtbar], Künstlerverbund im Haus der Kunst e. V., München. © Rechte an der Umschlaggestaltung bei Urheber:in/Erb:innen; Abdruck hier als Bildzitat zu Analysezwecken. Exemplarfoto: Privatbestand.

Katalogeintrag zu Helmut Hölzler: Kat.-Nr. 662: »Der lange Krieg in V.« 1972
verschollen. Eine qualitativ hochwertige Fotografie ist vorhanden.
